Die Liberalisierung des Gasmarktes

GasmarktIm Jahre 1998 wollte man eigentlich eine Grundlage dafür schaffen, dass der Energiemarkt freier wird. Es sollte eine generelle Wahlfreiheit für den Kunden geschaffen werden, bei der er sich zwischen mehreren Gas- und Stromanbietern entscheiden können sollte.
Dies wurde leider nur bedingt erreicht. Die Liberalisierung des Gasmarktes wurde durch die Energierechtsnovelle im Jahre 1998 vorgenommen. Doch erst rund 10 Jahre später, in diesem Jahr 2008, ist der Gasanbieterwechsel wirklich möglich.

Das hat auch einen sehr guten Grund. Denn die Gaswirtschaft ist wesentlich komplizierter aufgebaut als die Stromwirtschaft. In dieser strömten von anfang an eine Menge Anbieter auf den Markt, die sich dann recht schnell zu größeren Unternehmen zusammenschlossen.
Doch auf dem Gasmarkt sieht die Lage nicht ganz so einfach aus.
Denn auf dem Gasmarkt besteht ein sehr kompliziertes Netz aus langfristigen Lieferverträgen, Quersubventionen und anderen Dingen. Dies machte es den jungen Anbietern schwer, im Gasnetz überhaupt einen Platz zu finden, so dass viele es von vornherein gar nicht erst versuchten.

Klage des europäischen Gerichtshofes

Gasheizung

Gasheizung

Natürlich wurden mit der Energierechtnovelle auch neue Richtlinien eingeführt, um die Fairness des Marktes zu garantieren. Diese wurden leider nicht eingehalten, so dass Deutschland im Jahr 2000 eine Klage des europäischen Gerichtsshofs drohte. So wurde dann die Verbändevereinbarungg der Gasanbieter geschlossen. Diese garantierte eine Öffnung der Netze, so dass auch andere Gasanbieter die Zugangschance bekämen.

Die Gasnovelle

Leider ist es nicht zu einer wirklichen Öffnung der Netze gekommen. Deswegen wurde im Jahr 2003 die sogenannte Gasnovelle verabschiedet. Laut dieser wurden Versorgungsmonopole für nichtig und verboten erklärt.
Das „natürliche Monopol“, dass durch Qualität zustande kommt, wurde dabei aber anerkannt. So sollte auch hier allen, die es wünschen, mit ihrer Versorgerfirma der Zugang zu den Netzen gewährt werden. Auch dieses Mal kann bestenfalls von einer schleppenden Umsetzung die Rede sein.

Das Bundeskartellamt

2006 verfügte das Kartellamt dann, dass jeder zum 1. April den Versorger wechseln dürfte. Es gab aber wie gesagt nur sehr wenige Versorger, so dass es nie zu einem wirklichen Wechsel kam. Folgerichtig wurde der 1. April 2006 gastechnisch dann als „Aprilscherz“ bezeichnet.

Immer wieder hat man sich, besonders in den letzten drei Jahren, dabei über die steigenden Gaspreise aufgeregt. Diese wurden immer wieder mit den steigenden Bezugskosten begründet. Der Bundesgerichtshof entschied hierbei 2007, dass ein solches Verhalten grundsätzlich der Billigkeit entspreche, aber dem Verbraucher trotzdem die Möglichkeit des Wechsels gelassen werden müsste.

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